Archiv des Autors: Sarah Brückner

Ökologisch Bauen

Beim Thema „ökologisch Bauen“ fallen schnell die Schlagworte „ökologische Materialien“ und „Energieeffizienz“. Aber es gehören noch viele weitere Aspekte hinzu, die je nach Umfang der Baumaßnahme relevant sind:

Thema Genügsamkeit oder Suffizienz

Je weniger Fläche wir verbrauchen umso weniger Ressourcen werden verbraucht und umso weniger Heizenergie wird zukünftig benötigt.

Wir überlegen also, ob Mehrfachnutzungen eines Raumes möglich sind und welche Raumgröße optimal und notwendig ist.

Elektrik ist ein weiterer Aspekt zur Genügsamkeit: Je weniger Elektronik verbaut wird, umso geringer ist der Stromverbrauch, der auch in Zukunft kaum zu 100% mit regenerativen Energiequellen zu decken sein wird.

Thema Umwelt und Klima

Wenn wir bauen ist eine negative Wirkung auf Umwelt und Klima nicht zu vermeiden: wir versiegeln Erdoberfläche, nutzen Ressourcen und erzeugen Schadstoffe und Luftverschmutzung – nicht zuletzt bei der Nutzung unseres Gebäudes.

Wir können uns bemühen, Materialien zu nutzen, die mit wenig Energieaufwand (und Ausstoß von Schadstoffen) produziert und transportiert wurden.

Wir können einen Teil des täglichen Energiebedarfs vor Ort produzieren.

Wir können durch eine Bepflanzung auf dem Grundstück und auf den Dächern und durch eine Fassadenbegrünung CO2 binden, die Biodiversität fördern, ein gesundes Mikroklima für uns erzeugen und Regenwasser binden. Eine naturnahe Grundstücksgestaltung ist also ein wesentlicher Teil des ökologischen Bauens!

Zur Förderung der Tierwelt sollten Nisthilfen für Vögel und Insekten eingeplant werden.

Wichtig ist auch, mit künstlichem Licht im Außenraum sparsam umzugehen, um Insekten und nachaktive Tiere nicht zu irritieren – was zu ihrem Tod führen kann.

Thema Wohngesundheit

Wir wollen negative Auswirkungen unseres Gebäudes auf uns vermeiden und eine Wohnumgebung (= Lebensraum) schaffen, die unseren menschlichen Bedürfnissen entspricht. Daher werden möglichst überall schadstofffreie (=ökologische) Materialien genutzt, angemessen große Fenster für eine natürliche Belichtung eingebaut, für eine gute Belüftungsmöglichkeit (entweder über Fenster oder über Lüftungsgeräte – verantwortlich ist immer der Nutzer) und – nicht zuletzt – für eine angenehme Raumtemperatur (durch eine gute Wärmedämmung und eine luftdichte Gebäudehülle) gesorgt. Selbstverständlich werden bauphysikalisch optimale Konstruktionsweisen (v.a. diffusionsoffene Bauweisen) genutzt, die Feuchteproblematiken wie Schimmelwachstum verhindern. Es gibt Baustoffe, die positiv auf das Raumklima wirken, indem sie Feuchtigkeit puffern und Schadstoffe aufnehmen können.

Hoffentlich fühlen Sie sich so in Ihrem Zuhause geborgen und inspiriert durch die angenehme Atmosphäre!

Thema Zukunftsfähigkeit

Wir wollen einmal bauen und dann Ruhe haben! Wir nutzen also hochwertige Materialien mit langen Nutzungszeiten. Wichtig ist aber besonders, dass wir bei unserer sorgfältigen Planung an zukünftige Nutzungsmöglichkeiten denken – vielleicht wird einmal eine Wand herausgenommen, aber vielleicht wird auch die Dämmung, der Bodenbelag, die Innentür, die wir eingebaut haben, zukünftig in einem anderen Bauteil weiterverwendet!

Die Reparaturfähigkeit und die Anpassbarkeit der Bauteile sollten auch bedacht werden.

Zukunftsfähigkeit ist immer wirtschaftlich!

Thema Baukultur

Wenn unser Geschmack irgendwann out ist, könnte es zum Abriss eines Materials, eines Bauteils oder sogar eines ganzen Gebäudes kommen. Eine hohe gestalterische Qualität – wenn man sich viel Mühe gegeben und um die Ästhetik gerungen hat – wird meistens auch in Zukunft wertgeschätzt. Oft sind zeitgemäße Planungen auch zeitlos, wenn wir anerkannte Proportionen, Formen und Farben (wenn man diese nicht leicht ändern kann) verwenden. Schaffen wir Architektur, die Zeit und Mode übersteht!

Nur wenn das Gebäude zu seiner Umgebung (in Material und Form) passt, wird es als schön wahrgenommen. Manchmal sind auch Gegensätze schön, aber ähnlich und unpassend würde jeder gerne ändern.

Sind Materialien und Bauteile anpassbar, können sie dem aktuellen Geschmack entsprechend geändert werden.

Fazit

Einige Aspekte sind sehr einfach und ohne große Mehrkosten umzusetzen. Um andere wird man ringen, und manche nicht umsetzen können. Geben wir unser Bestes, Sie als Bauherr, ich als Architekt und alle beteiligten Handwerker – mit Engagement, durchdachter Planung und gewissenhafter Umsetzung!

Literatur- und Leseempfehlungen:

„ökologische Altbau-Sanierung“ von Christian Kaiser, VDE Verlag

„Hauserneuerung“ von Gottfried Haefele, Wolfgang Oed, Ludwig Sabel, ökobuch Verlag

mehr Natur-Dämmstoffe beim Bauen

Bei meinen Bauprojekten werden hauptsächlich Dämmungen aus nachwachsenden Rohstoffen wie Hanf und Holz in verschiedenen Variationen eingesetzt. Da diese noch immer bei vielen Handwerkern und Bauherren weniger bekannt sind, gibt es immer wieder Forschungsprojekte. Das aktuelle, interdisziplinäre Forschungsprojekt untersucht den Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen,  die tatsächlich einen hohen Mehrwert haben: https://www.geb-info.de/nachrichten/daemmstoffe-weg-frei-fuer-mehr-natur-daemmstoffe-beim-bauen

Tipps zur Außenbeleuchtung

Ich bemerke immer wieder eine gewisse Unsicherheit bei meinen Bauherren, wie viel Licht man draußen benötigt – vor dem Haus, im Garten, auf der Terrasse. Dabei werden oft zu viele Lampen eingeplant nach dem Motto „lieber zu viel als zu wenig“. Dass darunter aber Nachbarn und ganz viele Tiere leiden können, wird oft nicht bedacht. Daher empfehle ich ihnen folgenden Artikel vom BUND zu lesen:
https://www.bund.net/bund-tipps/detail-tipps/tip/besser-beleuchten-sternenzelt-statt-lichtersmog/

die neue EnEV 2014 tritt in Kraft

ab dem 1. Mai  gelten neue Vorgaben für die Energieeffizienz von Gebäuden.

Für den Bestand bleiben die Forderungen im Wesentlichen die gleichen.

Neubauten werden energieeffizienter: Ab 1. Januar 2016 wird der zulässige Wert für die Gesamtenergieeffizienz (Jahres-Primärenergiebedarf) um 25 Prozent gesenkt.

Ab 2021 gilt dann für alle Neubauten der von der EU festgelegte Niedrigstenergie-Gebäudestandard. Die hierfür gültigen Richtwerte sollen bis Ende 2018 veröffentlicht werden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der dena hier.

Die „Sunday Times“ zählt CaSA Architects zu den Top 25 Architekten

CaSA Architects, für die ich bis 2008 gearbeitet habe (siehe Architektur-Projekte), sind von der Sunday Times zu den Top 25 Architekten ernannt worden, die für „kleine und nicht-so-kleine Wohnbauprojekte, von Sanierungen und Umgestaltungen bis zu Umbauten und Anbauten“ zu empfehlen sind.

Sie werden für einen exzellenten Service gelobt, vor allem für neue Kunden. Der Artikel kommuniziert die Vorteile einen Architekten zu engagieren: die richtige Wahl verhilft dazu, „ein Gebäude zu kreieren, das Ihre Kreativität widerspiegelt, wunderschön in der Umgebung ruht und die alltägliche Existenz angenehmer macht.“
The-sunday-times-pick-of-top-25-architects